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UK: Dream on! – EZB: Keine explizite Kontrolle – Fed: „Beige Book“

Das UK sieht sich veranlasst, im internationalen Vergleich massive Haushaltsdefizite in Kauf zu nehmen.
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Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2054 (06:09 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2043 im US-Geschäft markiert wurde.

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2054 (06:09 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2043 im US-Geschäft markiert wurde.

Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,04. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129,03. EUR-CHF oszilliert bei 1,1080.

UK: Brexit und Corona toxisch

Das UK sieht sich veranlasst, im internationalen Vergleich massive Haushaltsdefizite in Kauf zu nehmen. Finanzminister Sunak sagte gestern in seiner Haushaltsrede, dass er für die Gesundung alles tun würde, was nötig sei. So würde beispielsweise das Programm für Kurzarbeit bis Ende September verlängert.

Laut einer Schätzung des Rechnungshofs (OBR) wird das Haushaltsdefizit für das im April beginnende Haushaltsjahr mit 234 Mrd. GBP weit höher ausfallen als zuvor mit 164,2 Mrd. GBP veranschlagt. Es entspricht mehr als 10% des BIP.

Erst bei einer konjunkturellen Erholung sei an eine Sanierung des Haushalts zu denken. So soll die Körperschaftsteuer für größere Unternehmen ab 2023 von 19% auf 25% erhöht werden (durchschnitt OECD 23%). Die Brexit-Träumerei von „Singapur an der Themse“ ist damit mausetot! Brexit-Lügen platzen!

Laut dem OBR wird die Steuerlast gegen Mitte des Jahrzehnts auf 35,0% des BIP steigen. Der OBR geht davon aus, dass das Defizit im Haushaltsjahr 2020/21 auf den Rekordwert von 16,9% des BIP gestiegen ist (Deutschland 2020 4,2% des BIP).

Als Fazit lässt sich ziehen, dass das UK massive Außenhandelsdefizite als auch im internationalen Vergleich sehr kritische Haushaltsdefizite aufweist. Die Gesamtstruktur der Ökonomie ist nicht ausgeglichen. Die Verbindung zu dem Epizentrum des globalen Wachstums ist durch die Politik gegenüber China und Russland markant beeinträchtigt. Das Verhältnis zur EU ist so schlecht wie selten. Wir sind gespannt, was die Ratingagenturen daraus machen werden oder bleiben sie still? Fazit: „Dream on London – lies never work permanently – reality bites!“

EZB: Keine explizite Kontrolle

Die EZB stellt ihre geldpolitische Strategie auf den Prüfstand. Im Zentrum der Diskussion steht das Inflationsziel von circa 2%, das die EZB seit Jahren verfehlt. Notenbankchefin Lagarde will im September über die Ergebnisse berichten.

Erkennbar geht es aber um mehr als nur das Thema Inflationsziel. Geldpolitik wird mittlerweile mit „grüner Politik“ verknüpft. Ist das nicht Aufgabe der Politik?

Was heißt das für „ungrüne Geschäftsfelder“? Werden die faktisch diskriminiert? Übernimmt die EZB nicht eine politische Agenda, die bezüglich ihres Mandats diskussionswürdig ist? Hat die EZB hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit dieses Recht oder liegt der Hintergrund woanders (gewollte Politisierung der EZB)?

Die Frage der Reichweite der EZB-Politik, ob solitär auf den Geldmarkt fokussiert oder auch verstärkt den Kapitalmarkt im Auge habend, steht zunehmend in der Diskussion. Anfang Januar hatte EZB-Ratsmitglied Pablo Hernandez de Cos (Spanien) angeregt, die EZB solle eine Kontrolle der Zinskurve prüfen. Die Erfahrungen von Notenbanken mit dieser Strategie legten nahe, dass dann weniger Anleihekäufe erforderlich seien (Effizienz, aber Markt-Entmündigung!). Offensichtlich gibt es jetzt neue Erkenntnisse.

Portugals Notenbankchef Centeno äußerte sich skeptisch zu Überlegungen, die Zinskurve seitens der EZB offen zu steuern. Zentralbanken könnten konkrete Renditesätze versprechen, wenn eine Reihe von Bedingungen erfüllt seien. Das würde nicht der leichteste Weg sein. In der Tat! Eine Zinskurvenkontrolle, bei der kurzfristige und längerfristige Zinsen gesteuert werden, verfolgen Japans und Australiens Notenbanken erfolgreich. Es gibt aber entscheidende Unterschiede zur Eurozone!

Das Problem der Eurozone bestünde meines Erachtens darin, dass hier die Zinskurven von 19 Ländern mit 19 unterschiedlichen Politikansätzen und deren Folgen explizit zu kontrollieren wären. Das ist komplex und inkludiert das Risiko, zu scheitern und damit die Glaubwürdigkeit am Markt zu verspielen. Ich gehe davon aus, dass Centeno auf einen derartigen Gedankengang indirekt anspielte.

Faktisch gegeben ist bereits eine implizite Kontrolle der Zinskurve, die durch Verbalakrobatik und/oder verstärkte Anleihekäufe temporär expliziter gestaltet werden kann. Das ist ähnlich zum Devisenmarkt. Dort liegt die Diskomfortzone der EZB erkennbar im Bereich von 1,25 – 1,27 (die der Fed bei 1,03 – 1,05).

Aus Sicht von Centeno sind die aktuellen Instrumente der EZB zum Umgang mit den Folgen der Krise wirksam, um günstige Finanzierungsbedingungen zu bewahren. Auch Bundesbankpräsident Weidmann argumentierte gestern in diese Richtung.

Grundsätzlich ist das trotz der veränderten Lage am Kapitalmarkt korrekt.

Fed: „Beige Book“ – keine neuen Erkenntnisse

In den USA hat sich die Geschäftsaktivität moderat belebt. Aus den meisten Bezirken sei ein langsamer Zuwachs bei der Beschäftigung gemeldet worden. Die meisten Unternehmen seien mit Blick auf die nächsten Monate optimistisch. Die Preise für Häuser hätten in den meisten Teilen der USA zugelegt. Die Dienstleister hatten jüngst bei der Geschäftstätigkeit einen leichten Dämpfer erlitten. Die Zeichen stünden wie auch im Verarbeitenden Gewerbe weiter auf Wachstum.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Unerwartet positive Akzente

Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stellte sich laut finaler Berechnung per Februar auf 45,7 Punkte (Prognose 44,7, vorläufiger Wert 44,7). In der Folge legte der Composite Index auf 48,8 Zähler zu (vorläufiger Wert 48,1, Prognose 48,1).

Die Erzeugerpreise stiegen per Januar im Monatsvergleich um 1,4% (Prognose 1,2%) nach zuvor 0,9% (revidiert von 0,8%). Im Jahresvergleich ergab sich keine Veränderung (Prognose -0,4%, Vormonat -1,1%).

UK: Erwartungen leicht verfehlt

Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stellte sich laut finaler Berechnung per Februar auf 49,5 Punkte (Prognose 49,7, vorläufiger Wert 49,7). In der Folge sank der Composite Index auf 49,6 Zähler (vorläufiger Wert 49,8, Prognose 49,8).

USA: Divergierende Signale bei Dienstleistungen

Laut ADP-National Employment Report stieg die Beschäftigung in der US-Privat-wirtschaft per Februar um 117.000 (Prognose 177.000) nach zuvor 195.000 (revidiert von 174.000). Vor dem Hintergrund des anstehenden Konjunkturprogramms erscheint die aktuelle Entwicklung nicht trendfähig zu sein.

Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stellte sich laut finaler Berechnung per Februar auf 59,8 Punkte (vorläufiger Wert 58,9). In der Folge legte der Composite Index auf 59,5 Zähler zu (vorläufiger Wert 58,8).

Der von ISM berechnete Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sank per Berichtsmonat Februar im Gegensatz zu dem Pendant von Markit von 58,7 auf 55,3 Punkte (Prognose 58,7) und markierte den schwächsten Wert seit Mai 2020.

Japan: Verbraucher zuversichtlicher

Der Index des Verbrauchervertrauens stieg per Berichtsmonat Februar von zuvor 29,6 auf 33,8 Zähler und erreichte das höchste Niveau seit Februar 2020.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.1990 – 1.2020 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

©Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH

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